iOS 8 verbietet iPhoto

Vor gut einem Jahr am 22. Oktober 2013 hieß es noch in einer Pressemitteilung von Apple: »… Apple hat heute bekannt gegeben, dass … die ausgezeichneten iLife Kreativitäts-Apps iPhoto, iMovie und GarageBand … ab sofort beim Kauf eines jeden neuen Mac oder iOS-Geräts kostenlos zur Verfügung stehen. (…) Das ist der bedeutendste Tag für Apps in der Geschichte von Apple,“ sagt Eddy Cue, Senior Vice President Internet Software und Services von Apple. (…) iPhoto für iOS, durch iOS 7 inspiriert, erscheint im aufgeräumten, neuen Design und ist einfacher und schöner denn je (…)«

Nach dem Update auf iOS 8 ist die mobile Version von iPhoto offiziell abgeschafft und bestehende Versionen nicht mehr zu starten. Das ist nicht nur doof, das ist brutal. Macht ja nix meint iOS 8, die Fotos App übernimmt die iPhoto-Bilder, wenn ich es will. Was heißt hier wollen, welche Wahl habe ich denn?
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iPhoto war bei iOS etwas völlig anderes. Auf dem Mac wurde iPhoto als Digitaler Schuhkarton präsentiert. Fotos sammeln, organisieren und betrachten mit Zoom-Überblendung und Musik. Später kam einfachste Bildoptimierung dazu. Apple tut sich neben regelmäßigen teuren Hardware-Updates im iOS Bereich auch durch Software-Upgrades hervor, die deutlich weniger Features haben, als die Vorgänger (Pages, Numbers, Garageband; Aufgabe von iPhoto, Aperture, iDVD, iWeb

Das alles ging bei iPhone und iPad mit der Fotos App. iPhoto iOS war kein Ersatz, sondernd eine Ergänzung. Schon alleine, weil nach Apples iOS-Spielregeln gar nichts verwalten durfte. Stattdessen bot sie umfangreichere Bearbeitungsfunktionen. Diese übertrumpften locker die Mac-Version und erinnerten mich teilweise an Aperture. In der Version 2 konnte iOS iPhoto immerhin Bilder löschen und es kamen sogar ähnlich der Mac-Version Fotobücher zum drucken lassen dazu. Während ich dafür noch 8 Euro zahlte, war es inzwischen gratis. Als Apple erklärte, künftig die Fotos App aufzurüsten und iPhoto zu streichen. Erwartete ich doch eine längst überfällige Symbiose von beiden.

Da habe ich falsch gedacht. Das eine (iPhoto iOS) funktioniert nicht mehr und die andere (Fotos App iOS 8) hat sich kaum verbessert. Wieso? Und wo bleiben die in den USA so beliebten Sammelklagen dagegen? Zumal Apple beim Upgrade nirgendwo davor gewarnt hat!

Wenn dass der Ausblick auf die Entwicklung beim Mac ist, dann gute Nacht. Dort laufen Aperture und iPhoto ja noch unter Yosemite, doch die Ablösung steht schon in den Startlöchern. Vielleicht wird die Hardware und Systeme bei Apple ja kontinuierlich besser – die Software hat spürbar ihren Zenith überschritten. Die Zeit von iLife und iWork ist vorbei, rette sich wer kann.

Und was sind die Alternativen? Ein teures Abo für Office, ein weiteres teures für Aperture/Photoshop. Jetzt sind Massiv Entwickler gefragt! Wann kommt

Bei einem Foto-Thema kann ich Entwarnung geben. Der alte Fotostream existiert und funktioniert noch unter iOS 8, er »versteckt« sich nur im Album »zuletzt hinzugefügt«.
Wieso ist mir das so wichtig?

iOS 8 sieht (wahlweise) vor, statt »nur« des Fotostreams von den letzten 1000 Bildern die ganze Fotodatenbank in die Cloud zu verlegen. Doch es gibt bis jetzt zwei Haken dabei: 1. Anders, als der Fotostream geht mein Album in der Cloud komplett zu lasten meiner kostenlosen 5 GB in iCloud. Bei einer JPG-Größe von 5 GB wäre damit mein Kontingent nach 1000 Fotos komplett voll. Solange ich noch Fotostream verwenden kann spare ich also Cloudspeicher und solange man nur die Gratis 5 GB hat, sollte man unbedingt beim Fotostream bleiben.

Was sich dagegen beim Fotostream schon verändert hat, ist dass die iOS 8 Geräte nicht mehr unterscheiden, zwischen „internen“ Fotos und Bildern im Fotostream. Bis iOS 7 konnte man Bilder aus dem iPhotostream herausnehmen, im internen Speicher des Gerätes aber belassen – oder umgekehrt. Bei iOS 8 sind beide miteinander fest „verdrahtet“. Wenn man jetzt ein Foto lokal ODER im Stream löscht ist das Bild an BEIDEN Orten gelöscht. Allerdings nicht ganz unwiederbringlich. Wie schon immer bei iPhoto auf dem Mac landen gelöschte Bilder erstmal 30 Tage in einem „Papierkorb“-Album, sofern sie nicht auch dort nochmals gelöscht werden. Diese Lösung kostet zwar zusätzlichen Speicher, schützt aber auch gegen unwiederbringliche Irrtümer.

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